Lobby-Workshop «Mehr finanzielle Mittel für qualitativ gute Angebote der frühen Kindheit – aber wie?»

Bild_Einladung_lobbying_Workshop.jpg

Wie können Anbieter*innen und Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung ihre Anliegen in lokale politische Prozesse einbringen?

Ausgehend von dieser Frage organisiert das Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz in Kooperation mit kibesuisse, a:primo und RADIX einen Lobby-Workshop zur Thematik «Mehr finanzielle Mittel für qualitativ gute Angebote der frühen Kindheit – aber wie?» für die Region Zentralschweiz und die Hauptstadtregion.

Donnerstag, 27. August 2020, 13.30 bis 17.00 Uhr (mit anschliessendem Apéro)
aeB Schweiz – Akademie für Erwachsenenbildung, Kasernenplatz 1, Luzern (google maps)

Um die Entwicklung von Kindern ab Geburt optimal zu unterstützen, müssen Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung von möglichst hoher Qualität sein. Angesichts knapper Ressourcen sind Investitionen in die Qualität dieser Angebote jedoch oftmals keine Priorität für Entscheidungsträger*innen aus Politik und Behörden. Um dies zu ändern, ist es zentral, dass Anbieter*innen und Fachkräfte im Bereich der frühen Kindheit sich Gehör verschaffen und ihre Anliegen zum Wohl der Kinder in lokale politische Prozesse einbringen.

Der Lobby-Workshop richtet sich an Anbietende (Kitas, Spielgruppen etc.), Fachpersonen aus der öffentlichen Verwaltung und Behörden der Kantone der Zentralschweiz (Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug) und der Hauptstadtregion (Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Wallis).

Im Rahmen dieses Workshops erhalten Fachpersonen aus dem Frühbereich Wissen zu Strategien und Instrumente, um Politik und Öffentlichkeit für Investitionen in Angebote des Frühbereichs zu sensibilisieren.

Die verschiedenen Ateliers bieten Gelegenheit konkrete Anliegen aus der Praxis zu vertiefen sowie Projekte und mögliche Umsetzungsstrategien gemeinsam zu entwerfen und zu diskutieren. Im Rahmen dieses Workshops können Sie an einem der folgenden Ateliers teilnehmen:

  • Atelier «Angebote und Erreichbarkeit»
    Monika Marbacher, Leiterin Soziales und Gesundheit / Mitglied Geschäftsleitung Gemeinde Root
    Gemeinde Root (LU), 5‘031 Einwohner*innen
    Das Sozialamt der Gemeinde Root, einer Agglomerationsgemeinde mittlerer Grösse, hat sich der Herausforderung angenommen, dass sich bei fremdsprachigen Kindern der Eintritt ins Schulsystem aufgrund fehlender Kenntnisse der deutschen Sprache schwierig gestaltet. Diskutieren und planen Sie in diesem Atelier mit anderen Teilnehmer*innen, wie Sie diese Herausforderung angehen würden und erfahren Sie am Schluss, wie die Gemeinde Root vorgegangen ist.

  • Atelier «Implementierung/Verankerung»
    Stefan Luginbühl, Gemeinderat von Wünnewil-Flamatt (Ressort Vorschule, Alter, Gesundheit und Soziales)
    Gemeinde Wünnewil-Flamatt (FR), 5'532 Einwohner*innen

    Wünnewil-Flamatt ist die zweitgrösste Gemeinde im deutschsprachigen Sensebezirk und besteht aus den Dörfern «Wünnewil» und «Flamatt», die sich in Bezug auf die Wohnbevölkerung stark unterscheiden. Die Angebote im Vorschulbereich werden durch verschiedene Träger – zumeist in der Rechtsform des Vereins organisiert – erbracht und durch die Gemeinde aufgrund deren Verantwortlichkeitsbereich gemäss kantonalem Gesetz finanziell unterstützt. Die Angebotserbringung durch die Vereine erweist sich zunehmend als schwierig, u.a. Besetzung des Vorstands mit Fachpersonen, Personalrekrutierung, Anmeldeprozeduren, Kriterium der Mitgliedschaft für Angebotsnutzung. Diskutieren und planen Sie in diesem Atelier mit anderen Teilnehmer*innen, wie Sie die Herausforderungen in der Gemeinde Wünnewil-Flamatt angehen würden, um qualitative Angebote im Frühbereich sicherzustellen und erfahren Sie am Schluss, welche Entscheidungen getroffen und umgesetzt wurden.

  • Atelier «Koordination und Vernetzung»
    Brigitte Ryter, Bereichsleiterin Kindeswohl/Familie der Regionalen Sozialen Dienste Wohlen
    Agglomeration Bern (BE): Zuständigkeit für die Gemeinden Wohlen, Kirchlindach, Frauenkappelen, Bremgarten und Meikirch, 20‘000 Einwohner*innen

    Die Regionalen Sozialen Dienste Wohlen (RSDW) erbringen den gesetzlichen Auftrag im Bereiche «Erwachsene und Einzelpersonen» (Sozialhilfe, Erwachsenenschutz, präventive Beratungen) sowie im Bereich «Kindeswohl und Familie» (Familiensozialhilfe, Kindesschutz, präventive Beratungen, Schulsozialarbeit) der Gemeinden Wohlen, Kirchlindach, Frauenkappelen, Bremgarten und Meikirch. Als Regionalstelle waren die RSDW gefordert, für fünf Gemeinden geeignete Massnahmen zu entwickeln, welche die Chancengerechtigkeit von Kindern bei Schuleintritt erhöht, und gleichzeitig die unterschiedlichen strukturellen Voraussetzungen und politischen Kulturen der Kommunen zu wahren. Diskutieren und planen Sie im Atelier «Koordination und Vernetzung» mit anderen Teilnehmer*innen», wie Sie vorgehen würden, um für jede Gemeinde einen Rahmen zu schaffen, der Synergien nutzbar macht und ein subsidiäres Angebot für die Bevölkerung, Fachpersonen und die politischen Behörden ermöglicht.

  • Atelier «Partizipation»
    Jeanette Stalder Muff, Abteilungsleiterin Soziales und Gesellschaft
    Bezirk Küssnacht (SZ), 13‘324 Einwohner*innen

    Im ländlich geprägten Bezirk Küssnacht des Kantons Schwyz bestand anders als in den Bereichen Alter und Integration für den Bereich Kinder und Jugend keine zuständige Kommission auf Bezirksebene. Damit den Anliegen der jüngsten Generationen – als wichtige Altersgruppe – Gehör verschafft werden kann, benötigte es hierfür ein entsprechendes Organ. Denn die zukünftigen Generationen sollen gute Bedingungen für das Aufwachsen vorfinden, über Spiel- und Gestaltungsräume verfügen und mit ihren Ideen und Anliegen ernst genommen werden. Diskutieren und planen Sie in diesem Atelier mit anderen Teilnehmer*innen, wie Sie vorgehen würden, um dieses strukturelle Ungleichgewicht anzugehen und erfahren Sie am Schluss, welchen Lösungsweg der Bezirk Küssnacht eingeschlagen hat.

  • Atelier «Synergien nutzen»
    Martin Huber, Geschäftsführer Stiftung Papilio
    Kanton Uri, 35‘000 Einwohner*innen

    Die Zusammensetzung der Bevölkerung des Bergkantons Uri hat sich durch den Tourismus und die Ansiedlung von Firmen verändert und fordern Strukturen für eine (bessere) Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Integration. Weiter erschwert die Situation der Abwanderung in Seitentälern des Kantons, dass notwendige familienfreundliche Strukturen aufgebaut und erhalten werden. Diskutieren und planen Sie in diesem Atelier mit anderen Teilnehmer*innen, wie Sie vorgehen würden, um diese strukturelle Herausforderung anzugehen und erfahren Sie am Schluss, welchen Lösungsweg im Kanton Uri eingeschlagen wurde.

  • Atelier «Vernetzung»
    Eliane Aebi, Geschäftsleiterin Verein Kinderbetreuung Obwalden (OW)
    Gemeinde Sarnen (OW), 9‘822 Einwohner*innen

    Die Mütter- und Väterberatung des Kantons Obwalden ist ein Angebot für Eltern mit Kinder zwischen 0 und 5 Jahren und zielt auf die Begleitung der Eltern in ihren Aufgaben mit den Kindern und deren Unterstützung in konkreten Fragestellungen. Als niederschwelliges Angebot mit einem präventiven Charakter wird dieses durch die Eltern meist früh in Anspruch genommen. Die Beratungspersonen der Fachstelle interessierten sich für die Wirkung ihrer Beratungs- und Präventionsarbeit auf andere Angebote im Frühbereich: Inwiefern blieben gewissen Themen in den jungen Familien bestehen? Stehen andere Anbieter*innen im Frühbereich vor den gleichen oder ähnlichen Herausforderungen? Kann man für gemeinsame Probleme interdisziplinäre Lösungen erarbeiten? Diskutieren und planen Sie in diesem Atelier mit anderen Teilnehmer*innen, wie Sie vorgehen würden, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten und erfahren Sie am Schluss, wie im konkreten Fall in Sarnen vorgegangen wurde.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Anzahl Teilnehmer*innen ist beschränkt. Bitte melden Sie sich bis zum 7. August 2020 über das Anmeldeformular an.

Nehmen Sie die Möglichkeit wahr, sich von den Projekterfahrungen verschiedener Träger*innen inspirieren zu lassen!

Programm Lobby-Workshop «Mehr finanzielle Mittel für qualitativ gute Angebote der frühen Kindheit – aber wie?»



Anmeldeformular