Gute Praxis: «EduKEP» – Chancengleichheit durch Bildung

Die Workshops und Veranstaltungen zu Themen wie Erziehung, Bildung, Förderung von Kindern und interkulturelle Elternzusammenarbeit und -bildung von «EduKEP» richten sich grundsätzlich an elterliche Bezugspersonen von Kindern im Vorschulalter und auf Primar- und Sekundarstufe und Bildungsinstitutionen. Das neue Angebot basiert auf den beiden Programmen «AKEP» und «Edulina».

Das Programm «AKEP» («Anadili ve Kültür-Eğitim Programı») war ein Schul-, Integrations- und Elternbildungsprogramm für Familien mit türkisch-kurdischem Migrationshintergrund. Ziel war es, den Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen zu fördern, ihre beruflichen Chancen zu verbessern und deren Integration in die lokale Gesellschaft zu unterstützen. Im Rahmen des Projekts konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, u.a. dass eine Stärkung der Kinder in Herkunftssprache und -kultur einerseits und in der lokalen Landesprache und Kultur andererseits eine gute Integration der Kinder fördert. So konnten im Rahmen des Programms, Kinder und elterliche Bezugspersonen befähigt werden, ihre persönlichen Ressourcen für die Lebensgestaltung und Integration einzusetzen.

Das Projekt «Edulina» wiederum unterstützt fremdsprachige Eltern mit Kindern im Vorschulalter mittels mehrstündiger Workshops in verschiedenen Sprachen (u.a. in Türkisch, Albanisch, Spanisch/Portugiesisch, Tamilisch, Arabisch und Tigrinya) darin, die motorischen, kognitiven, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten ihrer Kinder zu fördern und diese auf den Kindergarten vorzubereiten. Durch das Projekt konnten Familien mit Migrationshintergrund ganzheitlich gestärkt werden.

Im Rahmen von «EduKEP» werden diese beiden Projekte vereint: Fremdsprachige Eltern von Kindern im Vorschulalter oder auf Primar- und Sekundarstufe, welche nur begrenzt Kenntnisse der lokalen Sprache haben oder noch nicht lange in der Schweiz leben, werden bei Fragen zu Erziehung, Förderung der kindlichen Entwicklung, Bildungsweg und Zusammenarbeit mit den Bildungsinstitutionen unterstützt und beraten. Familien mit einer Fluchtbiografie werden gezielt angesprochen. Ein besonderer Fokus liegt ferner auf den männlichen Bezugspersonen, die oftmals eher schwer erreichbar sind. Im Rahmen interkultureller Workshops werden die Erziehungskompetenzen fremdsprachiger Eltern gestärkt. Neben der wichtigen Zielgruppe der elterlichen Bezugspersonen werden durch das Projekt Schulen und Bildungsinstitutionen, Eltern- und Migrationsvereine sowie Trägerschaften für Unterricht von heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) angesprochen. Mittels entsprechender Bildungsveranstaltungen werden diese Institutionen in ihrer interkulturellen Elternzusammenarbeit unterstützt. Ferner erhalten Elternvereine und Trägerschaften für Unterricht von heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) Beratung bei der Organisation und Umsetzung von inter- und transkulturellem Unterricht und Elternbildung.

Zum übergeordneten Angebot von «EduKEP» gehört das Rahmenkonzept «HSK erweitert». Dieses gibt wertvolle Hinweise, wie der Unterricht in der Herkunftssprache mit aufeinander bauenden und sich wechselseitig beeinflussenden Angeboten erweitert werden kann, um das Ziel einer guten Integration der ganzen Familie zu erreichen. Im Rahmen der erweiternden Angebote werden Eltern systematisch in die HSK und (ausser)schulische Aktivitäten eingebunden. Die Angebote basieren auf der Förderung von Mehrsprachigkeit, inter- und transkultureller Kompetenzen und Empowerment.

Das Angebot «EduKEP» wird durch die Kantone Basel-Stadt und Baselland, Stiftungen, Kirchen und Private unterstützt und in Kooperation mit Eltern- und Migrantenvereinen, Quartiertreffpunkten und -organisationen, Schulen und Bildungsinstitutionen, Elternberatungen und weiteren Fach- und Beratungsstellen in der Region Basel umgesetzt.